Die Erzieherausbildung

Die Erzieherausbildung ist – wie die Ausbildung für Berufe des Gesundheitswesens – eine schulische Ausbildung. Da für das Schulwesen die jeweiligen Kultusministerien der Bundesländer zuständig sind, kann man nur einen allgemeinen, groben Überblick geben. An einigen Hochschulen gibt es auch die Möglichkeit eines Bachelor-Studiums.


Voraussetzungen

Vor Aufnahme einer Erzieherausbildung muss man besondere Voraussetzungen erfüllen. Man muss mindestens einen mittleren Schulabschluss haben (z. B. Realschule) und oftmals auch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Je nach Bundesland gibt es eine Menge Abweichungen und Sonderregelungen. So werden z. B. auch Praktika und berufliche Tätigkeiten sowie das freiwillige soziale Jahr und der Zivildienst angerechnet. Viele absolvieren vor Beginn der Erzieherausbildung eine Berufsausbildung als Sozialassistent/in oder Kinderpfleger/in.

Ausbildungsorte und -dauer

Die Ausbildung gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt und Praktika. Man absolviert sie an einer Fachschule für Sozialpädagogik (in Bayern: Sozialakademie, in NRW: Berufskolleg) und in verschiedenen Einrichtungen der Jugendhilfe wie Heimen, vor allem aber in Kindertagesstätten. Zumeist dauert die Fachschule zwei Jahre, daran schließt sich ein einjähriges Praktikum an. Es gibt auch die Möglichkeit, die Praktika während der Fachschulzeit zu absolvieren, dann dauert die Schulzeit drei Jahre.

Inhalte der Ausbildung

Neben Schulfächern wie Deutsch und Englisch wird die Ausbildung in Lernfelder gegliedert. Diese orientieren sich an den praktischen Aufgaben des Berufs wie Planen, Durchführen und Reflektieren von Bildungsangeboten, Diagnose der Entwicklung und individueller Förderung eines Kindes, Zusammenarbeit mit Eltern. Wie bei allen Berufen, in denen es auf eine besonders intensive Beziehung zu Menschen ankommt, hat die eigene Persönlichkeit sehr große Bedeutung. Das beginnt mit der Frage nach der eigenen Kindheit, den Motiven für die Berufswahl und bezieht auch das Verhältnis zu Kindern mit ein.

Das Studium

Seit einigen Jahren gibt es an ca. 60 Hochschulen die Möglichkeit des Studiums der frühkindlichen Pädagogik. Zumeist wird damit das Ziel verfolgt, später einmal Leitungsaufgaben zu übernehmen. Für die Aufnahme des Studiums braucht man eine Hochschulzugangsberechtigung in Form des Abiturs oder Fachabiturs. Zunehmend ist es auch möglich, nach einer längeren Berufstätigkeit ohne Abitur zu studieren. An manchen Hochschulen muss man eine Aufnahmeprüfung machen.

Ausbildung im Beruf

Interessant ist auch der Weg, die Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin berufsbegleitend zu absolvieren. Für Beschäftigte in Kindertagesstätten gibt es die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren und parallel zur Arbeit einen speziellen Ausbildungsgang an der Fachschule oder an der Fachhochschule zu besuchen. Das ist vor allem für Kinderpfleger und Kinderpflegerinnen attraktiv, aber auch für diejenigen, die als „Seiteneinsteiger“ aus anderen Berufen kommend den Erzieherberuf erlernen wollen.

Weitere Informationen

Ausbildung allgemein:
www.berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/index.jsp (dann „Erzieher/in“ eingeben)
Fachschulen:
www.erzieherin-online.de/beruf/ausbildung/schulen.php
Studieren:
www.fruehpaedagogik-studieren.de

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